Brauchen wir mehr gute Marken?

Das Wort “Marke”, kommt mit einem Geschmäckle daher, wie man im Schwäbischen sagen würde.

Viele Menschen assoziieren mit dem Begriff Marke unschöne Dinge wie zum Beispiel:

  • Herzlosen Kommerz
  • Gleichmacherei
  • Unwahre Produktversprechen
  • Inhaltslose Massenprodukte
  • Überteuerte Produkte

Zynisch ausgedrückt könnte man viele Marken so definieren:

Kratze aus einer guten Idee das Authentische, Mutige und Eigene herunter, und werfe danach das was danach noch übrig bleibt, als standardisiertes Serienprodukt auf den Markt.

Leider klingt diese Beschreibung wie das Gegenteil von Kunst. Deshalb möchten wir die Frage aufwerfen ob wir mehr gute Marken benötigen.

Es gibt wirklich sehr viele schlechte Marken auf dem Markt

Der Schriftsteller Nassim Nicolas Taleb hat in seinem Bestseller Antifragile einige Heuristiken oder Lebensweisheiten  aufgezählt. Eine davon lautet  

niemals Produkte zu kaufen für die im Fernsehen Werbung gemacht wird

Als Erklärung für diese Regel gab er an das die beworbenen Produkte in der Regel überteuert und von minderer Qualität sein müssen, da die Kosten für die Werbung enorm hoch sind und in die Kalkulation einzurechnen sind.

Machen Sie diesen Test  doch einmal während einiger Fernsehunterbrechungen. Sie werden Taleb wohl in 90% aller Fälle recht geben. Billig produzierte Snacks + Fast Food, Kosmetika und Konsumgüter dominieren die Werbelandschaft. Umso verständlicher ist es, dass der Markenbegriff leidet. Die Vorstellung in einer Welt zu leben, die frei von Marken ist wird immer verlockender.

brands vs plant

Dabei ist die Idee, die hinter Marken steht, an sich ziemlich bedeutsam.

Im Wesentlichen ist eine Marke das Zusammenspiel von bestimmten Eigenschaften, eine Art Persönlichkeit in der dinglichen, materiellen Welt. Eine Marke steht für eine Zukunftsvision des Lebens in seiner kondensierten Form und drückt diese über Dienstleistungen und physische Produkte aus.

Was ist denn nun das Merkmal von Produkten, das sie einerseits miteinander verbindet und andererseits von anderen unterscheidet?

Was an einer Armbanduhr oder einem T-Shirt zum Verkauf steht, ist nicht das Produkt an sich. Was wir kaufen wollen ist gar nicht so leicht zu fassen, uns aber umso wichtiger. Wir wollen ein Gefühl von Zugehörigkeit kaufen, eine bestimmte Vision mittragen, den Charakter oder die Seele, die hinter einem Produkt steht erwerben.

Marken können für großen Dinge stehen

Eine Marke kann die Vorlage bieten und Regeln festsetzen. Du musst selbst kein Genie sein, um ein bisschen Genialität vom Genialitätskuchen abzubekommen. Das ist eine gute Nachricht! Denn so viele Genies gibt es da Draußen gar nicht und wir wollen einfach nicht, dass die guten Dinge von seltenen Phänomen abhängig sind.

Das große Ziel sollte es sein die Bedeutung des  Markenbegriffs auf ein höheres Niveau zu erheben

Wir brauchen und wir profitieren von den guten Dingen, die sich zu Marken etabliert haben.

Leider hat  sich im Wirtschafts- und Geschäftsleben eingebürgert dass eine gute Marke eine starke und bekannte Marke ist. Der rohe Kapitalist ist nur dann von einer Marke beeindruckt, wenn möglichst viele Menschen diese kaufen.Sollten wir nicht viel eher beginnen andere Fragen zu stellen?

  • Was macht eine Marke bewundernswert im Sinne der Menschlichkeit?
  • Was macht sie gut im Hinblick auf ihren Einfluss auf die Entwicklung des Menschen?
  • Wie kann uns eine Marke dabei helfen,  das beste Leben zu führen, das wir führen können?

Marken laden uns dazu ein zu verstehen, dass großartige Dinge normalerweise nie, oder so gut wie nie, aufgrund von einzelnen Individuen in einem Akt heroischer Isolation, entstehen.

Jede gute Idee, jede wichtige Erkenntnis sollte irgendwann den Prozess durchlaufen, den eine gute Marke auf ihrem Weg dahin durchschreiten muss. Denn das bedeutet eigentlich nur, dass die Idee, die Erkenntnis ihren Einfluss in dieser Welt vergrößern sollte. Und dass Menschen ihr fortan folgen können.

Die Welt braucht dringend gute Marken!

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